Nutze die Zahlen als Taktgeber: Fünf sehen, vier spüren, drei hören – und verlängere jeden Ausatem minimal. Zähle rückwärts, sprich innerlich langsam, als würdest du eine vertraute Melodie summen. Wenn du hängen bleibst, ist das okay; nimm einfach den nächsten Schritt. Eine Hand aufs Brustbein kann Tempo drosseln. Schreibe nach der Sequenz zwei Stichworte auf, um den Effekt zu verstärken. Auch drei Mikro‑Durchgänge über den Tag verteilt beruhigen spürbar und bauen Vertrauen auf.
Wähle weniger, nicht mehr: Statt fünf Dinge genügen zwei klare Formen. Schließe die Augen für einen Moment, um Tastsinn und Gehör zu betonen. Nutze Sonnenbrille, Kappe oder Ohrstöpsel, um Intensität zu dämpfen. Suche matte, ruhige Flächen, wiederkehrende Muster oder weiche Texturen. Ersetze Geruch und Geschmack durch Wasser oder einen temperierten Atemzug. Der Schlüssel ist Dosissteuerung – ein freundlicher Umgang mit der eigenen Bandbreite. Jede kleine Orientierung zählt und schafft Grundlage für die nächste.
Mach die Übung unsichtbar: innerlich benennen, im Kopf zählen, Fingerkuppen aneinanderreiben, die Fußsohlen am Schuhboden spüren. Nutze dein Smartphone als Tarnung – blicke auf Icons, Farben, Linien, als würdest du etwas suchen. Ein dezenter Teebeutel oder Kaugummi fällt kaum auf. Erkläre bei Bedarf kurz: „Ich orientiere mich einen Moment.“ Die meisten Menschen verstehen das. Wichtig ist nicht perfekte Technik, sondern eine freundliche, machbare Praxis, die sich in deinen Alltag fügt, ohne Theater.